PFARRGEMEINDE
PFUNDERS

18. April 2024

Gedanken zum Tag für geistliche Berufungen   [21. April 2012]

P. Severin Leitner SJ vor einer Kirche mit einer Gruppe Indios

P. Severin Leitner in den Anden, Südamerika; Ausschnitt: „Wenn Seelsorge zum Abenteuer wird.“

Bevor ich in die Dörfer ging, wurde über Radio mitgeteilt, dass der „Padre“ kommt und Messe feiert. Wenn ich hingekommen bin, oft nach stundenlangem Fußmarsch, habe ich mich deutlich mit einer Pfeife oder durch Klopfen an die Türen bemerkbar gemacht. Die Teilnahme an den Messfeiern war unterschiedlich. In einem Dorf waren zum ersten Mal zwei alte Frauen. Sie sagten mir, dass fast alle zu den Adventisten übergetreten sind. Beim zweiten Besuch kamen schon vier und einige Kinder. Ich teilte Süßigkeiten aus und ermunterte sie, bei meinem nächsten Besuch wieder zu kommen. Beim dritten Besuch, es war die Messe vor Weihnachten, waren es fast 30. Sie sagten mir etwas, was mich sehr betroffen gemacht hat und was ich öfters in solchen Dörfern gehört habe: „Padre, wir sind ganz verlassen und vergessen“.

Ostersonntag 2012   [8. April 2012]

Auferstandener, Hochaltar Pfarrkirche Pfunders

Ein fiktiver Dialog zwischen „Christ“ und „Hoffnungsvoll“.

Christ: Und hat dir der Vater seinen Sohn offenbart?
Hoffnungsvoll: Nicht beim ersten noch beim zweiten, noch beim dritten, noch beim vierten, noch beim fünften, auch nicht beim sechsten Mal.
Christ: Dachtest du daran, das Beten aufzugeben?
Hoffnungsvoll: Ja hundert und aberhundert Mal.
Christ: Und wie wurde er dir offenbart?
Hoffnungsvoll: Aus dem Wort „Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten“ (Joh. 6,35) erkannte ich aber: Glauben und Kommen ist ein und dasselbe. Wer kommt, das heißt, wer in seinem Herzen und Gemüt dringend nach Rettung durch Christus verlangt, der glaubt tatsächlich an Christus.

John Bunyan, Pilgerreise, 1678

Karsamstag   [7. April 2012]

Medaillon, barocke Statue der Mater dolorosa, Pfarrkirche Pfunders

Biblischer Hintergrund:

Der Sabbat ist der jüdische Ruhetag. An diesem Tag arbeiten Menschen jüdischen Glaubens nicht. Deswegen musste Jesus noch am Freitag beerdigt werden. Am Karsamstag wurden Wachen vor dem Grab von Jesus positioniert. Sie sollten darauf achten, dass der Leichnam nicht gestohlen wird und so die Aussage im Land verkündet werden kann, dass Jesu auferstanden sei.
Am Karsamstag wurde aber nicht nur Jesus für tot erklärt, sondern auch die Hoffnung auf einen Retter begraben. Denn am Karsamstag versteckten sich die Jünger aus Angst selbst am Kreuz hingerichtet zu werden.

Gemeindepraxis:

Dieser Tag der Depression besiegelte bei vielen Menschen den Glauben an einen neuen Anfang. Symbolisch kann man für den Karsamstag sagen, dass trotz der hoffnungslosen Lage das Leben weitergeht und bessere Tage folgen, wie die Auferstehung Jesu deutlich macht.
Erst in der Nacht zum ersten Ostertag oder sogar in der Frühe des Ostermorgens kommen die Christen zur Feier der Auferstehung zusammen, verbunden mit der Segnung des Osterwasser, des Osterfeuer und der Osterkerze. Die Glocken, die sich am Gründonnerstag mit vollem Geläute nach dem Abendmahls- Gottesdienst verabschiedet hatten, kehren am Karsamstag beim Gloria in der hl. Osternacht wieder mit vollem Klang zurück.

Josef Dirschl

Karfreitag   [6. April 2012]

Ecce homo; Liebfrauenkirche München

Im Kreuz ist Heil

Wir haben einen Felsen, der unbeweglich steht,
wir haben eine Wahrheit, die niemals untergeht.
Wir haben Wehr und Waffen in jedem Kampf und Streit,
wir haben die Gewissheit von Gottes Herrlichkeit.

Wir haben einen Tröster voll heiliger Geduld,
wir haben einen Helfer von liebevoller Huld…
Wir haben einen Quelle, die niemals je versiegt,
wir haben Kraft zum Tragen, die keiner Last erliegt.

Wir haben hier die Fülle, seitdem der Heiland kam,
wir haben dort ein Erbe, so reich und wundersam.
Wir seh´n ein Ziel, das leuchtend unbeschreiblich ist,
wir haben alles, alles, in dir, Herr Jesu Christ.

Nach G. Lachemann und H.v. Redern, 1936

Gründonnerstag   [5. April 2012]

Jesus am Ölberg, Medaillon Rosenkranzkönigin, Pfarrkirche Pfunders

In stiller Nacht
zur ersten Wacht,
ein Stimm´ begunnt zu klagen;
am düstern Ort,
im Garten dort
begunnt ein Herz zu zagen.

Ach, Vater, lieber Vater mein
und muss den Kelch ich trinken,
und wenn es soll
nicht anders sein,
mein Seel´ lass nicht versinken.

Geistliches Volkslied von 1632